es ist einfach das gefühl, dass alles funktioniert
ich verließ also die Weinfarm in Yallingup und fuhr mit dem Bus zurück nach Perth. Nach ein paar relaxten Tagen und einer unruhigen/aufgeregten letzten Nacht fuhr ich dann am nächsten morgen mit Bus und Bahn zum “Gingers Roadhouse”, also weit aus der Stadt heraus zum Great Northern Highway. Angekommen musste ich (dank meines “please” auf dem Schild) keine 20 Minuten warten
und fand mit Reagan meine erste Hitchhiking Erfahrung auf nach Geraldton.
Er war 28, kommt aus Südafrika und lebt bereits seit 20 Jahren in Perth. Es ist komisch etwa 3 Stunden mit einem Menschen
zu reden und zu denken er sei einfach normal, klug und intelligent. Dann kam es allerdings zum Thema Religion und ich
sah einfach diesen davon überzeugten Menschen dass die Erde nur 4000 Jahre alt sei und alle “Beweise” der Wissenschaft
nur Tests Gottes seien.
Mit Geraldton begann die Reihe der kleinen Städte, wo halt nix los ist. Das Hostel war gut, kostenloser Billard-Tisch und
nette Leute. Getroffen habe ich unteranderem Alessandro (Italien) und Paul (England).
Nach einigen Tagen fuhr ich mit dem Bus dann wieder so weit wie möglich aus der Stadt heraus zum nächsten Roadhouse (musste
den Plan um einen Tage verschieben weil Sonntags keine Busse fahren^^). Angekommen bastelte ich mein Schild für Kalbarri und stand dann am Highway. Da Kalbarri ein wenig (60km) vom Highway abweicht machte ich mich nach 20 Minuten auf ein anderes Schild zu basteln, just with “North”. Als ich beim “r” angekommen war hielt allerdings T**** und nahm mich mit. Er war ca. 35, Australier und fährt in seinem Truck öfters von Nord nach Süd. Ich wartete wieder nur 20 Minuten.
Er fuhr nicht nach Kalbarri sondern nach Broome, ließ mich aber an der Kreuzung zu Kalbarri raus. Dort saß ich also und der heißen Sonne, quasi mitten in der Wüste und 10 Minuten kein Auto außer diesem Wohnwagen zu sehen. Ich suchte in Gedanken schon ein Platz zum Zelt aufschlafen und beruhigte mich damit dass ich mit zwei Litern Wasser und einem Apfel gut über die Runden kommen würde.
Nach 20 Minuten (ja das ist die Hitchhike Zeit ;)) nahm mich allerdings eine alte Lady mit nach Kalbarry. Sie war ca. 60 und fuhr in ihrem eigenen Van von Darwin nach Perth, will dann dort den Van verkaufen und mit dem Zug nach Sydney… taffe Lady alles on her own!
In Kalbarri angekommen war ich der einzige im gesamten Backpackers, was sich allerdings zum Abend hin änderte. Cornelius
(Deutsch) ist abenfalls am hitchhiken, allerdings von Nord nach Süd. Wir redeten und merkten, dass wir beide in GENAU DER GLEICHEN Situation waren als wir an der Kreuzung zu Kalbarri rausgeworfen wurden. Dachten beide “ohje wo bin ich hier hoffentlich nimmt mit einer mit!“. Genial :)
Wir mieteten also eine Karre und fuhren in den Nationalpark. Bis dahin dachte ich “ok, Australien tolle Landschaften aber in Deutschland haben wir auch Berge und so“. Aber der Nationalpark war einfach genial, wir machten einen 8km Trip durch den Kanion und ich war einfach begeistert. Am Abend traf ich dann Paul (England) aus dem Hostel in Geraldton wieder… jeder geht nach Norden :)
Mit Eric (Taiwan, real name She-Pan oder ähnlich) aus dem Hostel fuhr ich dann von Kalbarri nach Denham. Wir machten einen Halt an Shell Beach, nur Muscheln, fast kein Sand :)
In Denham war ich am zweiten Tag der einzige im Hostel, was sich aber ebenfalls am Abend änderte ;) Allessadro (Italien) den ich bereits aus Geraldton kannte tauchte auf. Guter Koch! Ich arbeitete dort eine Woche als Volunteer auf der Perlenfarm “Blue Lagoon Pearls” und hatte einfach eine entspannte Zeit im Hostel.
Weiter gings von Denham mit Susan (Australien) zum Highway / Roadhouse, sie fuhr zurück nach Perth und ich wollte ja weiter nach Norden. Dort sah ich zum ersten mal einen anderen Backpacker weiter auf dem Highway stehen. Ich gab ihm eine halbe Stunde aber keiner hielt für ihn an. Also stellte ich mich dazu (schon einige Hundert Meter entfernt). Mit meinem Schild “North please” dauerte es ca. 40 Minuten und Marc (Australien) nachm mich mit. Der andere Backpacker sah aber auch irgendwie gefährlich aus mit langem Bart und so :)
Marc war genial! Hat schon überall in Australien gelebt, liebt fischen und war gerade auf dem Weg zu “zwischen Coral Bay und Exmouth” um einen Fisching-Trip mit Freunden zu machen. Einfach ein genialer netter, kluger Mensch! Ein bischen verspätet (evtl durch einen kleinen Bier-Stop in Canarven) ließ er mich im dunklen 12km von Coral Bay entfernt raus. Entschuldigte sich, war aber unter Zeitdruck und suchte wahrscheinlich noch lange im dunklen nach seinen Freunden im 4WD-Geläde.
Ich dachte evtl. laufe ich oder Schlage mein Zelt für die Nacht auf, aber falsch gedacht. Nach 1ner Minute nahm mich eine australische Familie im Wohnwagen mit nach Coral Bay :)
Dort war ich zwei Nächte im Hostel und war snorcheln im Nigaloo Reef, das westlische Gegenstück zum Great Barrier Reef :) War sehr geil, sehr viele bunte Fische gesehen!
Von Coral Bay ging es dann nach Exmouth. Ich lief einfach mit meinem Backpack die Straße hinunter als ein Schweitzer anhielt und mich mitnahm, musste noch nichteinmal den Daumen zeigen ;) Er ließ mich am Highway raus wo mich nach 2 Minuten direkt Effin (Australier, name ähnlich oder so) bis nach Exmouth mitnahm und mir alles mögliche über die Gegend erzählte.
Hier sitze ich gerade in Exmouth und hoffe dass es morgen nicht regnet, da ich dann in den Nationalpark zum schnorcheln möchte. Ich werde meine Herausforderung bestreiten und versuchen komplett nach Darwin zu hitchhiken, wo ich hoffentlich einen Job auf der größten Perlenfarm Australiens bekomme.
“Warum man keine Hitchhiker in Australien auf dem Highway sieht? Weil sie einfach so schnell mitgenommen werden.” Das ist wahr,
und wenn ich eins bis jetzt gelernt habe dann ist es einfach das Gefühl, dass der Worst-Case never happens! :)
















3 Comments
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Ich würde Dich auch sofort mitnehmen!!!