Digitales Gedächnis

Wenn wir später mal sterben wird ja unser Leben mit den tollsten, schlechtesten oder wichtigsten Momenten an unseren Äuglein vorbeiziehen. Wenn ich dann also sehe wie ich aus 20000 Meter Höhe nackt aus einem Flugzeug springe, den Mount Everest zusammen mit Reinhold, Helge und Yeti auf nem Schlitten runter rutsche und das letzte besuchte Land mit meinem lila Edding auf meiner durch meine Weltraumausflüge selbsterstellten Weltkarte durchstreiche will ich ja nichts verpassen denn das wird das Hightlight meiner letzten Atemzüge! Kurz zurückspulen geht da nich…

Da wir ja im Zeitalter kleinster Mikrochips mit blinkenden LEDs und immer weiter wachsenden Festplattengrößen leben könnte ich die bildlichen Erinnerungen in meinem Gehirn doch einfach auf das Backupmedium meiner Wahl exportieren. Banal ausgedrückt: ich könnte einfach alle paar Sekunden (30 oder 60) ein Bild schießen und abspeichern. Verbunden mit dem Zeitpunkt könnte die absolut genial einfache Software alles mit den Bildern anstellen.

Will ich z.B. wissen was ich am 23.05.2010 gemacht habe befehle ich dem Tool einfach mir alle Bilder des Tages in Form eines Videos auszugeben und kann meinen Tag, meine Woche, Monate oder mein Leben als Zeitraffer an mir vorbeiblitzen lassen. Ich könnte natürlich auch Wochen, Tage oder Stunden als wichtig, traurig oder schön markieren und mir anhand der Informationen gefilterte Ausgaben liefern lassen. Das alles wäre möglich mit ner kleinen Kamera im Schuh, aufm Kopf oder in der Kette…

Wie so ein Tag oder Zeitraum dann aussehen würde? Ich bin die Tage auf ein Video gestoßen was mich sofort an die Idee des Digitalen Gedächnis erinnert hat. David DAngelo hat alle paar Minuten oder Stunden, quasi je nach Lust und Laune, Fotos von seinem Trip geschossen. Es ging von Denver nach Singpur und zurück. Alles zusammengefasst in abgefahrenen 5 Minuten:

Er beschreibt z.B. das er sich für die Aufnahmen auf dem Mopped eine Hals-Konstruktion mit nem iPhone Kabel und Klebeband gebastelt hat. Weiterhin hat er mich auf die SenseCam von Microsoft aufmerksam gemacht im Zusammenhang mit dem Projekt MyLifeBits das eigentlich genau das macht. Wäre ich nicht so ein Software-Fuzzi würde ich morgen nach Conrad fahren und mir die kleinste Linse, nen paar Kabel + Controller und ne Speicherkarte kaufen und loslegen… aber so einfach ist das wohl nicht ;)

6 Comments

  1. Posted 18. November 2009 at 09:58 | Permalink

    Sehr freaky ,das ganze erinnert mich an einen Film mit Robbin Williams, komm jetzt aber nicht auf den Titel

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  2. Posted 18. November 2009 at 16:49 | Permalink

    Bei einem Uebungsblatt fuer das Modul Pervasive Computing sollten wir einmal berechne, in welchem Jahr wir – angenommen der Festplattenspeicherwachstum verhaelt sich nach Moore’s Law – ein Video von unserem ganzen Leben drehen koennten… Und das ist laut diesen Berechnungen in weniger als 10 Jahren moeglich.

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  3. babel
    Posted 18. November 2009 at 18:13 | Permalink

    @Spanksen: sagt mir nix^^
    @visus: nen ganzen film sogar? auch nicht schlecht… man kann die abstände der bilder bzw. anzahl der frames ja auch mit der zeit verringern ;)

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  4. Posted 18. November 2009 at 18:55 | Permalink

    @babel: Joa, sogar in HD Qualitaet.

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  5. babel
    Posted 18. November 2009 at 19:16 | Permalink

    @visus: also quasi bessere auflösung als HDReality! ;) au mit sound? aber sound kostet ja au nix…

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  6. Posted 18. November 2009 at 19:26 | Permalink

    Mit allen drum und dran.

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